• 29. November 2022 15:07
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Eine 16-Jährige hat sich am Montagabend das Leben genommen. Die Jugendliche wurde bei Neuruppin von einer Regionalbahn erfasst und starb. Laut Polizei ist die 16-Jährige noch an der Unfallstelle gestorben. Trotz einer sofort eingeleiteten Vollbremsung konnte der Zugfahrer die Kollision nicht verhindern. Im Normalfalle berichten wir nicht über Suizid, jedoch möchten wir hier auch ein wenig mit diesem Artikel helfen und aufklären.


Was kann ich tun bei Suizidgedanken?

Suizidgedanken sind eine normale Reaktion auf bedrohliche Krisen
Wenn Menschen über längere Zeit unerträglichen Belastungen ausgesetzt sind, kommt es häufig vor, dass Suizidgedanken auftauchen. Dass Sie an Suizid denken, ist also kein Grund, sich zu schämen oder zu denken, Sie seien nicht normal. Suizidgedanken gehören zu Lebenskrisen, wie Fieber zur Lungenentzündung. Genau wie bei der Lungenentzündung ist es aber wichtig, dass Sie das «Fieber» – also Ihre Suizidgedanken – nicht einfach ignorieren oder verheimlichen. Lesen Sie mehr darüber, wie es zu Suizidgedanken kommt.

Wenn die Gedanken drängen: Nicht allein bleiben und sofort Hilfe holen!
In Lebenskrisen mit Suizidgedanken kann es geschehen, dass Sie vor lauter Leidensdruck eine Art «Tunnelblick» bekommen und zeitweise nicht mehr so klar denken können wie sonst. Wie bei schweren Kopf- oder rasenden Bauchschmerzen ist die Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt. Menschen in suizidalen Krisen sehen auf einmal keine andere Lösung mehr für ihre Probleme, als sich das Leben zu nehmen – auch wenn die allermeisten eigentlich nicht sterben möchten. Auch scheinbar nichtige Ereignisse können in dieser Verfassung einen Suizidversuch auslösen. Darum ist es wichtig, dass Sie in suizidalen Krisen nicht allein bleiben und sich Hilfe holen. Adressen für den Notfall finden Sie hier.

Sie können etwas tun: Darüber sprechen ist der erste und wichtigste Schritt
Es gibt verschiedene Dinge, die Sie machen können, um Ihren Suizidgedanken etwas entgegenzusetzen. Das Wichtigste ist, dass Sie die Gedanken nicht für sich behalten und mit jemandem darüber sprechen. Betroffene berichten, dass ihre Suizidgedanken abnahmen, sie wieder erholsamer schlafen konnten und Hoffnung schöpften, nachdem sie sich jemandem anvertraut hatten.

Umgang mit suizidalen Menschen
Welche Alarmzeichen sollte man wirklich ernst nehmen?

Suiziddrohungen und -ankündigungen
Das Vorurteil, dass sich ein Mensch, der von Selbsttötung spricht, nichts antut, ist falsch.
Große Hoffnungslosigkeit und Äußerungen wie:
„Es hat ja doch alles gar keinen Sinn mehr“, „Eines Tages muss, auch mal Schluss sein“, „Es muss jetzt etwas passieren“, sind bei depressiven Menschen Hinweise auf eine ernste Gefährdung.
Angelegenheiten ordnen, Abschied nehmen
Viele Menschen möchten vor einem Suizid ihre Angelegenheiten ordnen. Sie verschenken etwa Wertgegenstände, setzen ihr Testament auf oder verabschieden sich von ihren Freunden und Verwandten. Wer fest zum Suizid entschlossen ist, wirkt oft ruhiger, gefestigter und weniger verzweifelt. Die Mitwelt kann zu dem trügerischen Schluss kommen, es gehe mit der/demjenigen endlich wieder aufwärts.

Suizid-Trauernde

Einen nahestehenden Menschen durch Suizid zu verlieren, gehört zu den schmerzlichsten Erfahrungen, die ein Mensch machen kann. Die Selbsttötung geschieht für die Hinterbliebenen oft unerwartet und bringt Fragen bzw. Erschwernisse mit sich, die bei anderen Todesarten nicht auftauchen. Der Schmerz geht oft einher mit der Frage nach dem „Warum“, mit Schuldgefühlen, tiefer Verzweiflung und Wut auf den Verstorbenen. Hinterbliebene stellen sich die quälende Frage, ob man den Suizid nicht hätte vorhersehen oder verhindern können.

Sie sind nicht allein. Suchen Sie sich Unterstützung für diese schwere Zeit!

Hilfe finden Sie bei diesen Anlaufstellen:

AGUS e.V. – Angehörige um Suizid

FRANS – Frankfurter Netzwerk Suizidprävention

Hilfe nach Suizid – Online-Programm für Trauernde

BeSu Berlin – Beratung für suizidbetroffene Angehörige

Sie haben Suizid-Gedanken? Hier gibt es Hilfe

Wenn Sie selbst depressiv sind oder wenn Sie Suizid-Gedanken plagen, dann kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge im Internet oder die kostenlose Hotline 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222
oder 116 123.

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